Das eremitische und anachoretische Leben heute

Nach über 600 Jahren, schenkt uns der Himmel einen Säulensteher, der auf der Säule asketisch lebt und seinen Lob und seine Gebete zu Gott erhebt.

Ein Eremit - Anachoret und heutiger Säulensteher!

Ein Orthodoxer Mönch lebt seit 20 Jahren in der Tradition der Säulenheiligen. 

Die Einsiedelei des 59-Jährigen befindet sich in 40 Meter Höhe auf einer Felsennadel in einer rauen Bergregion in Georgien


Selbst unter den Eremiten gilt das als außergewöhnlich: Seit 20 Jahren lebt der orthodoxe Mönch Maxime Qavtaradze (Foto) in Georgien in über 40 Meter Höhe einsam auf der Spitze der Katskhi-Säule. Möchte er Kontakt zur Außenwelt haben, muss der 59-Jährige 20 Minuten lang eine Leiter hinunterklettern – und danach wieder hinauf. 
Diese nicht ungefährliche Tour macht er zweimal die Woche, um dann in Gemeinschaft zu beten. 
Denn zu Füßen der Felsnadel befindet sich ein kleines Kloster mit Mönchen, die Schüler des Eremiten sind. Seine Lebensmittel und alles, was er sonst benötigt, wird von diesem „Basislager“ aus durch einen handbetriebenen Seilzug nach oben befördert.

Säulensteher heute. Der Eremit Maxime Qavtaradze! 

Der Einsiedler hatte offenbar schon als Kind die Hoffnung, in die altchristliche Tradition der Styliten, der Säulenheiligen, einzutreten. In seiner Jugend verirrte er sich allerdings in Alkohol und Drogenhandel, erst ein Gefängnisaufenthalt hat ihm die Augen geöffnet.

Da er eine Zeitlang Kranfahrer gewesen war, hat er keine Höhenangst. „Hier oben in der Stille kann man Gottes Gegenwart fühlen“,

so sagt der Mönch nach Angabe der britischen Tageszeitung „Daily Mail“. Qavtaradze legte 1993 seine Mönchsgelübde ab. 

Als er 1995 auf die Säule zog, fand er nur Ruinen vor und übernachtete die ersten zwei Jahre in einem ausrangierten Kühlschrank.



Auf seiner „Säule“ hat der Mönch ungefähr 150 Quadratmeter Grundfläche zur Verfügung, das entspricht etwa 10 mal 15 Metern. Gegen das raue Klima der Bergregion schützt ihn inzwischen eine Steinhütte. Die kleine Kirche, die dem griechischen Mönch und Theologen Maximus Confessor geweiht ist, nimmt allein schon 3,5 mal 4,5 Meter Fläche ein, sie ist aus den Ruinen einer mittelalterlichen Kirche wiederaufgebaut (möglicherweise aus dem 10. Jahrhundert), eine frühere Nutzung dieser Kirche durch Styliten gilt als wahrscheinlich. Unter der Kirche liegt eine winzige Krypta (2 mal 1 Meter), die auch schon als Bestattungsort genutzt wurde.



Zu Sowjetzeiten war er Kranführer auf Baustellen, deshalb ist ihm die Höhenluft und das Klettern nicht unvertraut. 
Seit 20 Jahren lebt er auf diesem Felsen. 
Wenn er einmal die Ab- und Aufstiege aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen sollte, will er oben bleiben und dort sein Leben beschließen - wie sein Vorgänger, der allerdings bereits im 15. Jahrhundert verstarb und dessen 600 Jahre alte Knochen ein neugieriger Bergsteiger 1944 entdeckte. Die auf dem Felsen noch stehenden Reste einer Kapelle und einer Einsiedlerhütte baute Bruder Maxim mit Hilfe junger Männer, welche am Fuß des Berges eine kleine Gemeinschaft bilden, in den letzten 15 Jahren wieder auf. Genauso wie er haben diese Männer ihre Brüche im Leben gehabt, Alkohol, Drogen etc. Unter seiner geistliche Führung - ein- bis zweimal pro Woche steigt er zu ihnen herab - suchen sie einen Neuanfang. Kein Zuckerschlecken: 
Sieben Stunden tägliches Gebet, einschließlich vierstündiger Nachtgebete von 2 Uhr bis Sonnenaufgang gehören dazu. 
“Hier oben im Schweigen kann man Gottes Gegenwart spüren” sagt Maxim dem Fotografen Amas Chapple, der als Gast den Felsen erklimmen durfte.







Jetzt fragte Petrus: "Aber wie ist es nun mit uns?

Wir haben doch alles aufgegeben und sind mit dir gegangen!"

Jesus antwortete: "Das sollt ihr wissen: Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, seine Eltern, seine Kinder oder seinen Besitz zurücklässt, um mir zu folgen und die rettende Botschaft von Gott weiterzusagen,
der wird schon hier alles hundertfach zurückerhalten: Häuser, Geschwister, Eltern, Kinder und Besitz. All dies wird ihm - wenn auch mitten unter Verfolgungen - hier auf dieser Erde gehören und außerdem in der zukünftigen Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein." Markus 10, 29-31