Das Herzensgebet in Tagebuchform

1. Tag

Endlich darf ich mich zurückziehen und beten. Endlich habe ich frei! Endlich darf ich versuchen zu meditieren. Es ist eigentlich das erste Mal, dass ich das Jesus-Gebet bete.


Es sind schon einige Stunden vergangen.

Ich habe mehrere Stunden dieses Herzensgebet gesprochen und auf meine Atmung geachtet. Irgendwo habe ich gelesen, sollte man nicht auf die Atmung achten, da es sonst zu mechanisch wird. Aber ich empfand es eine große Entspannung, auf mein Atem dabei zu achten und in der Atmung mir Jesus vorzustellen.

Vielleicht ändert es sich wenn man diese Übung öfters macht?

In fühlte eine tiefe Entspannung und es war als ginge ich in innere Räume hinein die sich in mir befinden und aus denen Gefühle heraus kommen... Es kann Angst machen, aber der Name Jesu vertreibt jede Angst und schenkt mir sehr viel Frieden. Heute war es mein erster Tag und ich muss sagen, außerhalb einer Gebetshaltung (auf einem Gebetsschemel-Gebetshocker), fällt es mir sehr schwer das Herzensgebet zu beten. Es braucht wohl noch Übung. Ich freue mich auf Morgen.

2. Tag

Heute habe ich mich zwingen müssen das Herzensgebet zu beten und zu meditieren. Wenn ich die Kerze angezündet habe und endlich auf meinem Gebetshocker sitze, dann fühle ich bereits Frieden und Entspannung. Was mir nur schwer fällt, ist mir erstmal die Zeit dazu zu nehmen mich zurückzuziehen und das Herzensgebet zu beten. Mein Herz verlangt danach dieses Jesus-Gebet zu beten, aber es scheint als sei es ein Kampf dem Ruf meines Herzens zu folgen. Irigendwer will wohl nicht, dass ich bete. Ich kämpfe mich durch und verschiebe alles andere, lehne alles andere, was ich tun könnte, ab und gehe auf die Knie. Ich spreche einige Gebete und dann beginne ich das Herzensgebet zu beten. Ich möchte es eines Tages, ganz wie der russische Pilger machen: es schaffen 6000 x am Tag "Herr Jesus Christus, sohn Gottes, erbarme dich meiner!" zu beten. Ich habe mir dieses Buch besorgt "Aufrichtige Erzählung eines russischen Pilgers" und möchte es mir ganz durchlesen.

 

Als eine Art nie endender Rosenkranz

habe ich heute das Herzensgebet gebetet und versucht dabei nicht an mein Atem zu denken. Ich muss sagen, noch fühlt es sich gut an und es entspannt mich total, auf meine Atmung zu achten. Tief einzuatmen und tief wieder auszuatmen. Es lässt mich alles andere ausschalten und gibt mir sehr viel Kraft. Ich freue mich sehr wenn ich dieses Gebet bete. Ich fühle sehr viel Frieden aber auch nur nach einem Kampf, den man sich nur schwer vorstellen kann. In meinen Gedanken wollten Bilder entstehen, diese verjagte ich indem ich bewusst Jesus einatmete und ihn fester umarmte. Dann erinnerte ich mich an alte Gesprächen mit Freunden, ich hörte mich mit ihnen reden, auch dagegen musste ich angehen. Danach kamen die Nachrichten die ich gesehen hatte, sie zeigten sich mir und durch den Namen Jesu und die bewusste Atmung, schob ich diese hinaus aus meinem Gedächtnis. Nach fast einer Stunde Gebet und Friede im Herzen, beim Gedanken damit aufzuhören, wurde mein Herz wieder unruhig. Es scheint, dass es immer beten möchte, doch den Frieden und eine unbeschreibliche Freude die immer mehr wachsen will, empfinde ich nicht, wenn ich das Herzensgebet während meiner Arbeitszeit verrichte. Was mache ich falsch? 

3. Tag

"Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner, der ich ein Sünder bin! Ein großer Sünder!"

"Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner!"

"Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner!"

"Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner!"

 

Ich schaffe es nicht immer zu beten. Das will nicht klappen, aber ich schenke Gott 1 bis 2 Stunden Zeit, indem ich nichts anderes tue als mich dem Herzensgebet und der Meditation zu widmen. Ich atme eine Zeitlang ganz bewusst, dann lasse ich mich sozusagen führen und achte nicht mehr darauf wie ich atme. Ich bete und flehe um Erbarmen. Ich fühle Freude! Sehr viel Freude! Es scheint als gäbe es einen ganz besonderen Raum in mir, in dem sich die Freude, eine ganz besondere Freude, aufhält und mir zuvor verborgen war. Ich habe diesen Raum, durch das Herzensgebet, entdeckt und betreten. Durch Jesus! Während des Gebetes scheint sich mir die Tür zur Freude zu öffnen und diese Freude die ich auf einmal spüre ist so intensiv, sie zieht mich an, ich bin einfach nur glücklich! Ich glaube ich bin Herz an Herz mit Jesus und Er ist es, der mich fröhlich macht, der mir dieses starke Gefühl der Freude und des Friedens gibt. Wer kann mich von der Liebe Christi scheiden? Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Sagt der heilige Apostel Paulus.

 

Aber die Sünde kann mir Jesus, den Frieden und die heilige Freude nehmen. Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, bitte, erbarme dich meiner !!!

 

...